Humanpräperate-Kurs

Rückschau

Humanpräparatkurs DGI/ÖGI 12. & 13.05.2017 Graz 

Referenten: Stephan Bauer(DGI), Martin Lorenzoni(ÖGI), Michael Payer (ÖGI), Gernot Wimmer(ÖGI), Norbert Jakse (ÖGI), Thomas Bernhart(ÖGI), Christoph Pertl (ÖGI), Christoph Staudigl (ÖGI Next Generation) 

Dieser Humanpräparatkurs war in vieler Hinsicht etwas Besonderes: Zum ersten Mal wurde von deutschen Gesellschaft für Implantologie(DGI) und der österreichischen Gesellschaft für Implantologie (ÖGI) eine gemeinsame Fortbildung abgehalten. Die Grundlage für diese und hoffentlich viele weitere Kollaborationen ist bei der Gemeinschaftstagung DGI/ÖGI/SGI 2015 gelegt worden. Eine weitere Besonderheit war das Programm dieses als Ergänzung zum DGI Curriculum geplanten Workshops. Der Focus wurde auf die implantologische Praxis gelegt. Es ging um die Anwendung und Vertiefung der im Rahmen des Curriculums gelernten Grundlagen und Techniken.

Dazu wurde ein für diesen Zweck unerreichtes Medium eingesetzt: Das Humanpräparat.  An keinem anderen biologischen oder künstlichen Modell kann man besser die eigenen chirurgischen Fertigkeiten trainieren. Die Aufbereitung von Körperspenden hat auf dem Anatomischen Institut eine lange Tradition: Hier wird mit einer vom ehemaligen Institutsvorstand entwickelten Fixierung gearbeitet, der Thiel’schen Fixierung.  Im Gegensatz zu anderen Verfahren ermöglicht diese Präparation die Gewebe zu sterilisieren und zu fixieren, ohne dass die Strukturen an Flexibilität einbüßen. Somit kann ohne Gefahr an einem lebensnahen Humanpräparat gearbeitet werden.

Mit diesen Präparaten konnten in zwei Tagen an der Grazer Vorklinik ein dicht gedrängtes Programm von den TeilnehmerInnen bravurös gemeistert werden.

Am ersten Kurstag wurden das Sofortimplantat, die vertikale Augmentation durch die Schalentechnik mit allogenem Graft, sowie das freie Schleimhauttransplantat unterrichtet. Nach diesem intensiven Tag entspannten TeilnehmerInnen und Referenten bei einem gemütlichen, gemeinsamen Abendessen in der Grazer Altstadt vor der Kulisse des Schlossbergs.

Mehr (oder weniger) gut ausgeruht erfolgte der Start in den zweiten Kurstag. Hier beschäftigen sich die KollegInnen mit der lateralen Augmentation mit Ramusgraft oder klassischen guided Bone Regeneration in der ästhetischen Zone und kurzen 4mm Implantaten. Der klassische Sinuslift über den lateralen Zugang beendeten den Workshop.

Ein derart dicht gedrängtes Programm konnte nur durch die hervorragende Betreuungssituation sinnvoll umgesetzt werden. Während des Workshops lag das Verhältnis zwischen Referenten und TeilnehmerInnen bei 1:2.  So konnten nicht nur die Techniken nahe gebracht, sondern auch viele praktische Tipps weitergegeben werden. Sowohl aus der Sicht der TeilnehmerInnen als auch aus der der Referenten war der Kurs ein voller Erfolg und die Referenten hoffen auf motivierte KollegInnen für den Kurs im Mai 2018(Details folgen).

Dr. Cristoph Staudigl