Weniger ist mehr – ein aufregender implantologischer Kongress der ÖGI

 

Ein mehr als spannender ÖGI-Kongress 2017 liegt hinter uns. Hochkarätige Referentinnen und Referenten, eloquente Moderatoren und eine perfekte Organisation machten den Kongress zu einem Highlight des dentalen Veranstaltungskalenders.

Das vielversprechende Tagungsmotto „Weniger ist mehr“ erfüllte im Laufe der Veranstaltung mehr als alle Erwartungen.

Mit acht parallel stattfindenden Sessions startete der Kongress am Freitag fulminant. Hier hielt man sich, zur Begeisterung der Besucher, nicht an das Kongressmotto. Besonders hervorzuheben sind, neben den „Meet the experts-Workshops“, die beiden Humanpräparatekurse. Diese wurden in Kooperation mit der Osteology Foundation, von I. Rocchietta und R. Jung geleitet. Dabei konnten die Teilnehmer am Humanpräparat die zuvor gelernten Techniken unter Expertenbetreuung umsetzen.

Im Hauptauditorium wurde am Freitagmittag der Kongress durch den ÖGI-Präsidenten M. Payer eröffnet. Eine kabarettistische Hinführung zum Kernthema bot der Künstler P. Pizzera. Die mehr als 40 nationalen und internationalen Referenten präsentierten ihr evidenz- und anwendungsbezogenes Wissen den mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Zwischen den Vorträgen konnten die Gäste den Informationsaustausch mit den engagierten Repräsentanten der namhaften Industriepartner suchen.

R. Gruber und N. Jakse brachten am Nachmittag den Status Quo zum Thema der Knochentransplantate und Augmentationstechniken dem Publikum näher. Das entsprechende Weichgewebsmanagement, v.a. in der ästhetischen Zone, wurde von M. Müller thematisiert. Über den chirurgischen Tellerrand blickte R. Führhauser mit seiner Ausführung zum digital optimierten prothetischen Behandlungsablauf, welchen er anhand mehrerer Fallbeispiele darlegte. Eine interaktive Diskussion, unter der Leitung der ÖGI-Next-Generation, regte das Auditorium zum Mitdenken an.

Den gesellschaftlichen Höhepunkt bildete die Abendveranstaltung, bei der die Gäste die nächtliche Grazer Skyline vom Schlossberg aus genießen konnten. Dort kam es zu einem Mehr an Wissensgewinn in einer weniger wissenschaftlichen Umgebung.

Am Samstagmorgen weckte der richtige Umgang mit dem implantologischen Riskopatienten (K. Grötz) großes Interesse. Welche Möglichkeiten es gibt in ausgewählten Fällen auf das Implantat zu verzichten, legten P. Göllner, anhand seiner KFO-Fälle und U. Webersberger, die die prothetischen Aspekte in der Behandlung hervorhob, dar.

Als Endodontologe rief C. Pertl das Publikum zum „think out of the box“ auf. Auch das Sofortimplantat darf im Behandlungsspektrum nicht fehlen und wurde von G. Maillath beleuchtet. G. Tepper, diskutierte die provokante Thematik der Implantation in der infizierten Alveole.

Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten im Zuge der Posterpräsenationen die Möglichkeit ihre Forschungsergebnisse vorzustellen.

Auch am Samstagnachmittag lohnte sich der Kongressbesuch, da nützliche Gedankenansätze und innovative Lösungen in allen Vorträgen zu finden waren: Implantatanzahl für unterschiedliche Versorgungsvarianten (F. Müller), kurze Implanate vs. Blocktransplantate (R. Smeets) sowie Hybridkonzepte (S. Huber).

Selbst die frühen Abendstunden wurden noch der Wissenschaft gewidmet. Ob es Allergien und Materialunverträglichkeiten gibt, wurde von P. Thomas analysiert. G. Dvorak fühlte den Rauchern im Auditorium auf den Zahn und zeigte die Wichtigkeit der Raucherentwöhnung für unseren Behandlungserfolg. Last but not least fand auch die transkrestale Sinusbodenelevation Erwähnung (C. Ulm).

 

Nach diesem erfolgreichen Kongress kehren wir voller Elan und Tatendrang in den beruflichen Alltag zurück, mit dem Ziel die neuen Erkenntnisse in die Tat umzusetzen.

Amberger Elisabeth, Theisen Kerstin